Apotheker Umschau: Vorsicht Bettwanzen

Vorsicht, Bettwanzen!

Lange Zeit galten Bettwanzen als fast ausgestorben. Jetzt nimmt die Zahl der Parasiten weltweit wieder zu. Wie sie sich bekämpfen lassen


Alarm im Bett: Haben sich Bettwanzen erstmal eingenistet, lassen sie sich praktisch nur durch einen Kammerjäger entfernen

Es klingt nach einem Hirngespinst: Regelmäßig melden Medien die Rückkehr der Bettwanzen, die seit den Kriegsjahren in Deutschland als besiegt galten. Was ist an den Berichten dran? Rainer Gsell, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands, ist überzeugt: „Es gibt definitiv eine Zunahme, und zwar weltweit.“ Berichte aus den USA, Aus­tra­lien und mehreren europäischen Ländern bestätigen dies.

In Deutschland werden keine Zahlen erhoben, und es gibt keine Meldepflicht. Lediglich aus Berlin hat ­Arlette Boyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Umweltbundesamt, Näheres erfahren. Rückte dort ein schädlingsbekämpfender Betrieb im Jahr 2007 durchschnittlich 19-mal ge­­gen Bettwanzen aus, so waren es 2011 schon 29-mal.


Noch sind in Deutschland Einsätze gegen Schaben oder Nager viel häufiger nötig, aber Bettwanzen machen Boden gut. „Das betrifft Jugendherbergen und Wohnheime genauso wie Fünf-Sterne-Hotels, aber auch Privathaushalte“, berichtet Gsell.

Darum gibt es wieder mehr Bettwanzen

Der Experte nennt mehrere Ursachen. So seien wirksame, aber gesundheits- oder umweltschädliche Insektizide wie DDT verboten worden, und lange habe die Industrie kaum Alternativen entwickelt. Außerdem trügen Reisen und der Handel mit Gebrauchtwaren zur Verbreitung der Parasiten bei.

Die Stiche der Bettwanzen verursachen Quaddeln, die bisweilen heftig jucken und manchmal Wochen zum Abheilen brauchen. Wer kratzt, fängt sich zudem leicht ein Ekzem ein. Forscher aus dem US-Staat Mississippi beobachteten bei einigen wenigen freiwilligen Versuchspersonen sogar allergische Reaktionen und Gefäßentzündungen. Krankheiten übertragen die Tiere offenbar nicht, obwohl das Laborversuchen zufolge theoretisch möglich wäre.

Bettwanzen? Kammerjäger holen!

Bei einem Befall sind ausgebildete Schädlingsbekämpfer gefragt. Um auch die nach einem Einsatz frisch geschlüpften Larven zu erwischen, rücken sie in der Regel mindestens dreimal an. Die Bekämpfung auf eigene Faust sei meist zwecklos, meint Arlette Boyer. Auch das chemischen Mitteln gegenüber kritisch eingestellte „Pes­tizid-Aktions-Netzwerk“ vertritt diese Position.

Wo möglich, nutzen Kammerjäger physikali­sche Mittel: Tiefe Minusgrade und Wärme über 45 Grad vertragen die Parasiten nicht. Daneben kommen heute weniger giftige und doch wirksame chemische Substanzen zum Einsatz. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, kommt es zudem auf deren zielgerichtete und sparsame Verwendung an. Auch das ist ein Grund, einen Profi zu beauftragen.

Wissenswertes über Bettwanzen

  • Tagsüber nutzen Bettwanzen jeden Schlupfwinkel, der sich ihnen bietet: Sie kriechen hinter Fußleisten, in Nischen von Polstermöbeln und Matratzen, hinter Bilder und Lichtschalter, in Reisegepäck, sogar in Buchrücken oder CD-Hüllen.
  • Im Dunkeln locken Atemgase, die Körperwärme und menschlicher Geruch die ­rotbraunen Parasiten aus den Verstecken. Ihre Mahlzeit dauert kaum zehn Minuten. Ohne Wirt können sie monatelang hungern.
  • Ein weibliches Tier kann im Lauf seines Lebens einige hundert Eier ablegen, aus denen sich über fünf Larvenstadien die ­erwachsenen Tiere entwickeln. Bei Zimmertemperatur dauert der gesamte Entwicklungszyklus nur etwa acht Wochen.



 

Dr. Reinhard Door / Apotheken Umschau; 25.04.2013
Bildnachweis: Getty Images/Nuno Silva, Corbis GmbH/Visuals Unlimited

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